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Somaliland
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Die Republik Somaliland (Somali Jamhuuriyadda Soomaaliland, arabisch ŰŹÙ…Ù‡ÙˆŰ±ÙŠŰ© Ű”ÙˆÙ…Ű§Ù„ÙŠÙ„Ű§Ù†ŰŻ DschumhĆ«riyyat áčąĆ«mālÄ«lānd) ist eine völkerrechtlich zu Somalia gehörende autonome Region. Sie ist als De-facto-Regime ein praktisch unabhĂ€ngiger, international mit Ausnahme Taiwans und Israels von keinem Land anerkannter Staat in Ostafrika. Die Region umfasst den Nordwesten Somalias, das ehemalige Kolonialgebiet Britisch-Somaliland. Der Name Somaliland ist vom Volk der Somali abgeleitet, dem die meisten der schĂ€tzungsweise 6,2 Millionen Einwohner angehören.

Das heutige Somaliland hatte sich nach seiner UnabhĂ€ngigkeit von Großbritannien 1960 mit Italienisch-Somaliland zu Somalia vereinigt. Am 18. Mai 1991 erklĂ€rte es sich einseitig fĂŒr unabhĂ€ngig, als die somalische Regierung gestĂŒrzt worden war und der BĂŒrgerkrieg in Somalia eskalierte. Seither hat es seine politische StabilitĂ€t weitgehend gewahrt und Schritte zur Demokratisierung unternommen. Hauptstadt ist Hargeysa, PrĂ€sident ist Abdirahman Mohamed Abdullahi, der die Wahlen im November 2024 gewonnen hat.

Contents

‱ Geographie
‱ Religion
‱ Geschichte
‱ Politik
‱ Innenpolitik
‱ Wirtschaft
‱ Kultur
‱ Medien
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geographie

Somaliland liegt im Osten des afrikanischen Kontinents, am Horn von Afrika auf der Somali-Halbinsel. Das Land liegt zwischen 8° 00'–11° 27' nördlicher Breite und 42° 35'–49° 00' östlicher LĂ€nge. Es grenzt im Westen an Dschibuti, im SĂŒden an die Somali-Region Äthiopiens und im Osten an die faktisch autonome Region Puntland innerhalb Somalias. Im Norden hat das Land eine ĂŒber 850 km lange KĂŒste am Golf von Aden, wo der Jemen nördlich gegenĂŒberliegt.

Die weitgehend flachen KĂŒstenstreifen – Guban genannt – reichen bis zu 70 Kilometer in das Landesinnere und weisen ein heißes Klima auf. Ihnen schließen sich die Berge des in Ost-West-Richtung verlaufenden Somali-Hochlands (Ogo-Bergland) an, einschließlich des 2.460 m hohen Shimbiris, der höchsten Erhebung in Somaliland und ganz Somalia. Ganz im SĂŒden hat Somaliland Anteil am Haud-Plateau, das sich grĂ¶ĂŸtenteils im angrenzenden Äthiopien erstreckt.

Das Klima des Landes wird stark durch tropische Monsune geprĂ€gt. In den KĂŒstengebieten kommt es mit bis zu 1000 mm zum höchsten Niederschlagswert pro Jahr, wohingegen im Landesinneren durchschnittlich nur etwa 500 mm zu verzeichnen sind. Die Niederschlagsmengen fallen jedoch zeitlich sehr unterschiedlich aus. Man unterscheidet vier Jahreszeiten: Die Jilal-Trockenzeit beginnt etwa im Januar und bringt heißen und trockenen Wind ohne Niederschlag mit Temperaturen zwischen 26 und 32 °C. Gu, die erste Regenzeit im Jahr, beginnt abhĂ€ngig von den Passatwinden ĂŒblicherweise im MĂ€rz und dauert bis Juni an. Ab August setzt die zweite Trockenperiode ein, Hagaa (Xagaa) genannt. Sie wird ausgelöst durch heiße und trockene Monsunwinde, die auch Staubwolken mit sich fĂŒhren. Die zweite Regenzeit Dayr dauert von Anfang September bis Dezember, dem kĂ€ltesten Monat im Jahr mit Temperaturen zwischen 15 und 26 °C.

Die grĂ¶ĂŸte Stadt ist die Hauptstadt Hargeysa mit etwa 500.000–800.000, manchen SchĂ€tzungen zufolge gar ĂŒber einer Million Einwohnern. ZweitgrĂ¶ĂŸte Stadt ist die Hafenstadt Berbera mit etwa 263.000 Bewohnern, weitere StĂ€dte sind Burao, Boorama, Las Anod und Erigabo.

Bevölkerung

Die Regierung schĂ€tzte die Einwohnerzahl im April 2024 auf etwa 6,2 Millionen.cite-ref-hiiran-2-1[2] Das durchschnittliche jĂ€hrliche Bevölkerungswachstum betrĂ€gt 2,42 % (2022, Basis der Daten Somalia).cite-ref-cia-afri-3-0[3] Auf einem kmÂČ leben durchschnittlich 25 Einwohner, wobei die Bevölkerungsdichte im Westen des Landes höher ist. 55 % der Bevölkerung sind Nomaden oder zumindest teilweise Nomaden, wĂ€hrend 45 % in Dörfern oder StĂ€dten einen festen Wohnsitz haben.cite-ref-regierung-1-1[1] (1992 lag der Anteil der Nomaden bei etwa 65 % und der Anteil der Sesshaften bei 35 %.) Die Mehrheit der Einwohner von Somaliland bekennt sich zum sunnitischen Islam schafiitischer Richtung, unter Nomaden und in Dörfern ist seit Ende des 19. Jahrhunderts der Sufi-Orden der Salihiyya verbreitet.

Die Bevölkerung besteht praktisch ausschließlich aus ethnischen Somali. Der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Clan in Somaliland sind die Isaaq, die im Zentrum des Landes leben und einer SchĂ€tzungcite-ref-4[4] zufolge bis zu 80 % der Bevölkerung ausmachen. Ihnen benachbart sind im Westen (in der Region Awdal) Dir und im Osten Harti-Darod (Warsangeli in Sanaag, Dolbohanta in Sool). Einige Zehntausend Einwohner Somalilands gehören den als Gaboye zusammengefassten Minderheitengruppen (Yibir, Madhibaan, Tumaal u. a.) an, die traditionell auf bestimmte Berufe beschrĂ€nkt sind und innerhalb des Clansystems einen gesonderten Status haben.cite-ref-5[5] Laut Verfassung Somalilands ist Somalisch die alleinige Amtssprache und Arabisch die Zweitsprache. Weitere Sprachen sind bei Bedarf zu nutzen. Aufgrund der Kolonialgeschichte hat Englisch eine gewisse Bedeutung. Die Verfassung selbst wurde bspw. auch auf Englisch veröffentlicht.cite-ref-6[6]

Die genaue Zahl der Personen aus SĂŒd- und Zentralsomalia und aus Äthiopien, die als Kriegsvertriebene und Wirtschaftsmigranten in Somaliland leben, ist nicht bekannt. Der Status der Zehntausenden vor dem BĂŒrgerkrieg geflohenen Somalier ist umstritten, denn Somalilands Regierung betrachtet sie als AuslĂ€nder und damit als FlĂŒchtlinge im eigentlichen Sinn, wĂ€hrend internationale Organisationen Somaliland als Teil von Somalia ansehen und daher diese Personen als intern Vertriebene einstufen.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]

Religion

Der Islam ist per Verfassung Staatsreligion, die Mission fĂŒr andere Religionen ist verboten.cite-ref-9[9]

Bildung und Gesundheit

Die durchschnittliche Lebenserwartung betrĂ€gt fĂŒr MĂ€nner 50 Jahre, fĂŒr Frauen 55.cite-ref-regierung-1-2[1] Tuberkulose, Malaria und weitere Infektionskrankheiten sind verbreitet, ferner sind MangelernĂ€hrung und unsauberes Trinkwasser ein Problem. Laut einem Bericht der UNICEF von 1999 ist etwa 1 % der Bevölkerung von HIV/AIDS betroffen, zugleich sind der Gebrauch von Kondomen und das Wissen um Übertragungswege und PrĂ€vention von HIV wenig verbreitet.

Der Bildungsstand ist nach wie vor niedrig. Das Bildungssystem wurde seit der UnabhÀngigkeit ausgebaut und umfasste 2002/2003 353 Primarschulen und 20 Sekundarschulen, hinzu kommen drei UniversitÀten (UniversitÀt Hargeysa, Amoud-UniversitÀt in Boorama und seit 2004 UniversitÀt Burao). Im selben Zeitraum besuchten rund 96.000 Kinder eine Primarschule, davon 74.000 in StÀdten und 22.000 in lÀndlichen Gebieten. 2010 besuchten einer SchÀtzung zufolge 30 % der Kinder im Schulalter eine Schule, 30 % von ihnen waren MÀdchen.cite-ref-10[10]

Geschichte

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Hauptartikel

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Geschichte Somalilands

Die Àltesten bekannten Spuren von Menschen im heutigen Somaliland sind Höhlenmalereien in Laas Geel bei Hargeysa, die auf die Zeit zwischen 4000 und 3000 v. Chr. datiert werden.

Die Vorfahren der Somali wanderten um 500 v. Chr. bis 100 n. Chr. aus dem sĂŒdlichen Ă€thiopischen Hochland ein und vermischten sich – insbesondere in den HandelsstĂ€dten an der KĂŒste – mit arabischen und persischen Einwanderern, die ab dem 7. Jahrhundert auch den Islam einfĂŒhrten. In Somaliland erfolgten die Kontakte mit dem arabischen und persischen Raum zunĂ€chst vor allem ĂŒber den Hafen von Zeila, spĂ€ter ĂŒbernahm Berbera dessen Bedeutung.

1884 schloss Großbritannien VertrĂ€ge mit verschiedenen lokalen Clans und errichtete so das Protektorat Britisch-Somaliland. In den folgenden Jahrzehnten beschrĂ€nkte es sich weitgehend auf eine indirekte Herrschaft ĂŒber das Gebiet, wĂ€hrend die italienischen Kolonialherren in Italienisch-Somaliland stĂ€rker in die Entwicklung ihrer Kolonie investierten und in deren innere VerhĂ€ltnisse eingriffen. So blieben lokale Strukturen wie die ÄltestenrĂ€te (guurti), die traditionell fĂŒr Friedensstiftung zwischen den Clans zustĂ€ndig sind, weitgehend erhalten. Zugleich blieb vor allem das Landesinnere schwach entwickelt, neben der Hafenstadt Berbera bildeten sich Hargeysa und Burao als grĂ¶ĂŸere Orte und Handelszentren heraus.

1899–1920 fĂŒhrte der heute als somalischer Nationalheld verehrte Mohammed Abdullah Hassan in der Region einen Aufstand gegen die beginnende britische, italienische und Ă€thiopische Fremdherrschaft ĂŒber die Somali, bei dem etwa ein Drittel der Bevölkerung Nordsomalias umkam.

Nach der UnabhÀngigkeit Somalias

Am 26. Juni 1960 wurde Britisch-Somaliland in die UnabhĂ€ngigkeit entlassen, um sich fĂŒnf Tage spĂ€ter am 1. Juli mit dem ehemaligen Italienisch-Somaliland zu Somalia mit Mogadischu als Hauptstadt zu vereinigen. Grund fĂŒr den Zusammenschluss waren Bestrebungen zur Einigung aller Somali in einem Staat, nachdem dieses Volk durch die Kolonialisierung auf mehrere Staaten verteilt worden war. Dem damaligen MinisterprĂ€sidenten Britisch-Somalilands Mohammed Haji Ibrahim Egal wurde ein Ministerposten in der neuen Regierung Somalias ĂŒberlassen, 1967 wurde Egal Premierminister.

Allerdings fĂŒhlten sich bald viele Bewohner des Gebietes im Gesamtgebilde Somalia benachteiligt. Die nationale Integration bereitete Schwierigkeiten, da sich Nord- und SĂŒdsomalia in Entwicklungsstand, Bildungs- und Verwaltungsstrukturen unterschieden. Nach Ansicht vieler Nordsomalier unternahm der wirtschaftlich, politisch und demografisch dominierende SĂŒden wenig, um diese Unterschiede zu berĂŒcksichtigen und die Entwicklung des Nordens zu fördern. 1961 wurde die neue somalische Verfassung im SĂŒden von der großen Mehrheit der Abstimmenden angenommen, im Norden aber von weniger als 50 % unterstĂŒtzt.cite-ref-11[11] Im selben Jahr revoltierten Offiziere im Norden erfolglos gegen den Zusammenschluss mit dem SĂŒden.

Nachdem 1969 Siad Barre die Macht ergriffen und eine autoritĂ€re Regierung errichtet hatte, grĂŒndeten Isaaq im Exil 1981 die Rebellenbewegung Somali National Movement (SNM), die in Nordsomalia einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung begann. Die Armee reagierte mit Repressionsmaßnahmen, die in der Bombardierung der StĂ€dte Burao und Hargeysa 1988 gipfelten. Hierbei kamen etwa 50.000 Menschen um, 400.000 wurden intern vertrieben, weitere 400.000 flohen ĂŒber die Grenze in FlĂŒchtlingslager wie Hartishek im Ă€thiopischen Ogadencite-ref-12[12] oder nach Dschibuti (etwa 300.000 dieser FlĂŒchtlinge sind von 1997 bis 2006 zurĂŒckgekehrt).cite-ref-13[13] 1991 gelang verschiedenen Rebellenbewegungen die Entmachtung Barres, aber Konflikte zwischen Clans und Kriegsherren verhinderten die Bildung einer Nachfolgeregierung. Der somalische BĂŒrgerkrieg hĂ€lt seither in SĂŒd- und Zentralsomalia an.cite-ref-14[14]

Republik Somaliland

Die SNM initiierte derweil einen Versöhnungsprozess der nordsomalischen Clans. Auf einer Versammlung von Clan-Ältesten unter FederfĂŒhrung der SNM in Burao wurde 1991 die einseitige UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung Somalilands zusammen mit einer „Nationalen Charta“ verabschiedet, der zufolge die SNM fĂŒr die nĂ€chsten zwei Jahre die Regierungsgewalt ausĂŒben sollte. Anschließend sollte eine neue Verfassung ausgearbeitet werden, unter der die Macht an eine gewĂ€hlte Regierung ĂŒbergehen wĂŒrde. SNM-FĂŒhrer Abd-ar-Rahman Ahmad Ali Tur wurde erster PrĂ€sident. Die SNM zerfiel jedoch bald darauf in einander bekĂ€mpfende Fraktionen, und wie im ĂŒbrigen Somalia kam es zu Clan-Konflikten, bis 1992 ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet wurde. Auf einer erneuten Konferenz in Boorama 1993 wurden eine neue Nationale Charta und ein Friedensabkommen verabschiedet. Eine zivile Regierung mit Zwei-Kammern-Parlament unter PrĂ€sident Mohammed Haji Ibrahim Egal wurde eingerichtet. 1994–1996 flammten erneut Auseinandersetzungen auf. Angehörige des Dir-Clans in der westlichen Region Awdal, die Somalilands AutoritĂ€t nicht anerkennen wollten, riefen 1995 ihre eigene „Republik Awdal“ aus.

Eine weitere Konferenz 1996 in Hargeysa fĂŒhrte – zusammen mit mehreren lokalen Friedensversammlungen zwischen einzelnen Subclans – zum seither andauernden Frieden in Somaliland und bestĂ€tigte die PrĂ€sidentschaft Egals fĂŒr die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre. In dieser Zeit kam der PrĂ€sident seiner Verpflichtung nach, eine Verfassung fĂŒr Somaliland vorzubereiten. 2001 wurde die Verfassung in einem Referendum deutlich angenommen. In dieser Verfassung war vorgesehen, dass 2001 Kommunalwahlen und 2002 PrĂ€sidentschaftswahlen stattfinden sollen.

Verzögerungen bei der Vorbereitung und der Tod Egals 2002 fĂŒhrten zu einer einjĂ€hrigen VerspĂ€tung bei der Umsetzung dieser PlĂ€ne. Wie in der Verfassung vorgesehen, ĂŒbernahm der bisherige VizeprĂ€sident Dahir Riyale Kahin das PrĂ€sidentenamt, worin er 2003 bestĂ€tigt wurde. 2002 fanden die Kommunalwahlen als erste Mehrparteienwahlen des Landes statt, 2005 wurde das ReprĂ€sentantenhaus gewĂ€hlt.

2012 erklÀrte sich die Region Khatumo zu einem autonomen Teilstaat. Im Juli 2025 erklÀrte sich Khatumo zum Bundesstaat von Somalia.cite-ref-15[15]

FĂŒr Aufregung in Somalia sorgte eine offizielle Mitteilung Kenias im Juni 2019, in der Somaliland als „Staat“ (englisch country) bezeichnet wurde. Dies impliziert laut somalischen Behörden eine Anerkennung Somalilandes.cite-ref-16[16]

Am 1. Januar 2024 schlossen Somaliland und Äthiopien ein Memorandum bzgl. der Nutzung der somalilĂ€ndischen Stadt Berbera als Hafen. Hierdurch soll der Binnenstaat Äthiopien Zugang zum Meer erhalten und im Gegenzug Somaliland als unabhĂ€ngig anerkennen. Somalia protestierte heftig dagegen.cite-ref-17[17] Daraufhin verkĂŒndete der Ă€gyptische PrĂ€sident Abd al-Fattah as-Sisi, dass sein Land keinerlei Bedrohungen der territorialen IntegritĂ€t von Somalia zulassen werde. Das politische VerhĂ€ltnis von Ägypten und Äthiopien ist seit vielen Jahren angespannt.cite-ref-18[18]

Am 26. Dezember 2025 erkannte Israel als erster UN-Mitgliedstaat weltweit formal Somaliland als unabhĂ€ngigen und souverĂ€nen Staat an, nachdem beide LĂ€nder eine gemeinsame ErklĂ€rung „im Geist der Abraham-Abkommen“ unterzeichnet hatten.cite-ref-19[19]

Politik

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Hauptartikel

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Politik Somalilands

Innenpolitik

Innerhalb Somalilands scheint die UnabhĂ€ngigkeit von weiten Teilen der Bevölkerung UnterstĂŒtzung zu genießen. Weitreichende Folgen in der Innenpolitik hat das Bestreben, die politische StabilitĂ€t zu wahren; dieses Bestreben ist stark ausgeprĂ€gt, weil zum einen die InstabilitĂ€t in SĂŒd- und Zentralsomalia als abschreckendes Beispiel wahrgenommen wird und zum anderen die StabilitĂ€t Somalilands ein zentrales Argument fĂŒr seine internationale Anerkennung darstellt. Als Folge halten sich Medien und Oppositionsparteien generell mit Kritik an der Regierung zurĂŒck.cite-ref-hrw09-20-0[20]

Das politische System vereint gewohnheitsrechtlich-traditionelle und moderne Elemente. Somaliland ist eine PrĂ€sidialrepublik mit Zwei-Kammern-Parlament, wobei das Unterhaus (ReprĂ€sentantenhaus) gewĂ€hlt wird, wĂ€hrend die Mitglieder des an die traditionellen Clan-ÄltestenrĂ€te angelehnten Oberhauses (Ältestenrat) von den Clans ernannt werden. Die Zahl der Parteien ist laut Verfassung auf drei beschrĂ€nkt. Diese Regelung soll verhindern, dass kleine Splitterparteien entstehen, die lediglich die Interessen eines bestimmten Clans oder einer Region vertreten.

In den dritten Mehrparteienwahlen seit 1991 wurde im Oktober 2005 die Regierungspartei UDUB mit 33 von 82 Parlamentssitzen stĂ€rkste Partei. Die beiden Oppositionsparteien Kulmiye und UCID kamen auf 28 beziehungsweise 21 Sitze und bildeten eine Koalition. Die Neue ZĂŒrcher Zeitung kommentiert dazu: „WĂ€hrend große Teile von Somalia in BĂŒrgerkrieg und Anarchie versanken, verstand es Somaliland, nicht nur den inneren Frieden zu wahren, sondern auch eine einigermaßen stabile Demokratie einzurichten – eine beachtliche Leistung im regionalen Kontext.“cite-ref-21[21]

Die nĂ€chsten PrĂ€sidentschafts- und Kommunalwahlen waren ursprĂŒnglich fĂŒr 2008 vorgesehen, wurden jedoch ĂŒber die eigentliche Amtszeit von PrĂ€sident Kahin hinaus mehrfach verschoben. Am 26. Juni 2010 wurden die PrĂ€sidentschaftswahlen schließlich abgehalten, Sieger wurde Ahmed Mohammed Mahamoud Silanyo von der Kulmiye-Partei, dessen 5-jĂ€hrige Amtszeit auf Grund auftretender finanzieller Probleme und DĂŒrre, jedoch nicht ohne Widerspruch, bis Ende 2017 verlĂ€ngert wurde.cite-ref-22[22] Bei den PrĂ€sidentschaftswahlen vom 13. November 2017 trat Silanyo nicht mehr an, es gewann Muse Bihi Abdi.cite-ref-23[23]

Am 31. Mai 2021 wurden – mit jahrelanger VerspĂ€tung, zuletzt 2005 – Wahlen zum Unterhaus des Parlaments und zu den GemeinderĂ€ten friedlich durchgefĂŒhrt. Großbritannien finanzierte ein Team unabhĂ€ngiger Wahlbeobachter.cite-ref-24[24]

Am 13. November 2024 fanden die ursprĂŒnglich 2022 vorgesehenen PrĂ€sidentschaftswahlen statt, nachdem im Oktober 2022 die Amtsperiode von Muse Bihi Abdi um zwei Jahre verlĂ€ngert worden war.cite-ref-25[25]

Außenpolitik

Somaliland bemĂŒht sich um eine internationale Anerkennung seiner de facto bestehenden UnabhĂ€ngigkeit. Es ist Mitglied der UNPO und hat 2005 einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Afrikanischen Union gestellt. Anfang Mai 2005 besuchte eine Fact-Finding Mission Somaliland und stellte in ihrem Bericht fest, dass Somaliland alle Kriterien fĂŒr einen unabhĂ€ngigen und souverĂ€nen Staat erfĂŒlle, weshalb die Kommission die KlĂ€rung offener Fragen und eine spezielle Methode im Umgang mit dem noch offenen Fall Somaliland empfahl.cite-ref-26[26]cite-ref-27[27]

Mit dem angrenzenden Äthiopien unterhĂ€lt es gute (wirtschaftliche) Beziehungen, sie haben aber bislang nicht zu einer Anerkennung gefĂŒhrt. Am 2. Januar 2024 unterzeichnete Äthiopien unter Vermittlung der TĂŒrkei eine AbsichtserklĂ€rung, in der Somaliland der Ă€thiopischen Marine die Nutzung von 20 Kilometer der KĂŒste auf 50 Jahre zusagte, im Gegenzug, dass die Ă€thiopische Regierung eine „eingehende Bewertung“ der Anerkennung Somalilands vornehmen werde, was einerseits als Friedenshoffnung gesehen werde, andererseits die Spannungen mit Somalia erhöhe.cite-ref-28[28]cite-ref-29[29]cite-ref-30[30]

Andere Staaten der Region lehnen aus verschiedenen GrĂŒnden eine Anerkennung ab. Die internationale Gemeinschaft unterstĂŒtzt mehrheitlich die erhoffte Wiedervereinigung und Befriedung Somalias unter der Bundesregierung Somalias, welche ihrerseits weiterhin die Wiedereingliederung Somalilands anstrebt. Am 9. September 2020 nahm Somaliland diplomatische Beziehungen zum ebenfalls international nicht voll diplomatisch anerkannten Taiwan (Republik China) auf, was auf scharfe Kritik der Volksrepublik China stieß. Zu diesem Zeitpunkt war es neben Eswatini der einzige afrikanische Staat oder Staatsgebilde, das diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhielt.cite-ref-31[31] Im Dezember 2025 kĂŒndigte Israel an, diplomatische Beziehungen mit Somaliland aufnehmen zu wollen, und erkannte es als Staat an.cite-ref-32[32]

Mit dem im Osten angrenzenden, 1998 fĂŒr autonom erklĂ€rten Gebiet Puntland bestehen Differenzen bezĂŒglich der Zugehörigkeit der Regionen Sool und Sanaag (siehe Grenzstreit zwischen Somaliland und Puntland). Da sich Puntland vor allem auf den Clan der Harti-Darod stĂŒtzt und in diesen Gebieten ebenfalls Harti-Darod leben, erhebt es Anspruch auf sie; Somaliland beruft sich hingegen auf den Grenzverlauf von Britisch-Somaliland. Die Bevölkerung des umstrittenen Gebietes ist teils zu Somaliland, teils zu Puntland loyal und lehnt zum Teil auch beide ab. Seit 2002 kam es verschiedentlich zu ZusammenstĂ¶ĂŸen. Dieser ungelöste Gebietsstreit ist ein weiterer Grund, weshalb die internationale Gemeinschaft Somaliland nicht anerkennt.

Menschenrechte

FĂŒr eine ausfĂŒhrliche Darstellung siehe Politik Somalilands#Menschenrechte.

Amnesty International kritisiert den Fortbestand der Todesstrafe und FĂ€lle von umstrittenen Verhaftungen und Gerichtsurteilen in Somaliland. Mehrere solcher FĂ€lle endeten nach internationalen und lokalen Protesten mit der Freilassung und Begnadigung der Betroffenen. Die US-amerikanische Organisation Freedom House bezeichnet Somaliland bezĂŒglich der politischen Freiheit als „teilweise frei“, wĂ€hrend das ĂŒbrige Somalia als „unfrei“ eingestuft wird.cite-ref-33[33]

Frauen sind in Somaliland allgemein benachteiligt und in der Politik kaum vertreten.cite-ref-34[34] Die GenitalverstĂŒmmelung von MĂ€dchen und Frauen ist weit verbreitet. Die Gaboye-Minderheit ist weiterhin von Diskriminierungen betroffen.

Sicherheitslage

Das deutsche AuswĂ€rtige Amtcite-ref-35[35] und das österreichische Außenministeriumcite-ref-36[36] haben fĂŒr Somalia einschließlich Somaliland Reisewarnungen herausgegeben, das Schweizer EDAcite-ref-37[37] rĂ€t ebenfalls von Reisen nach Somalia ab. Die Sicherheitslage in Somaliland – mit Ausnahme der umstrittenen östlichen Grenzregionen – gilt als wesentlich besser als im ĂŒbrigen Somalia, dennoch sind Reisen in das Gebiet laut AuswĂ€rtigem Amt „immer noch als ĂŒberdurchschnittlich gefĂ€hrlich zu beurteilen“.

2003 und 2004 ermordeten Islamisten vier auslĂ€ndische Helfer in Somaliland, darunter Annalena Tonelli. 2008 wurde ein deutscher Staatsangehöriger in Sanaag entfĂŒhrt und spĂ€ter freigelassen. Die Regierung sieht in mutmaßlichen islamistischen EinflĂŒssen der al-Qaida oder der sĂŒdsomalischen Union islamischer Gerichte eine Gefahr. 2008 kam es in Hargeysa – und zeitgleich in Boosaaso in Puntland – erstmals zu Selbstmordattentaten.cite-ref-38[38] Als Folge der Grenzkriege gegen Äthiopien 1964 und 1977–1978 und des BĂŒrgerkrieges 1988–1991 sind manche Gebiete mit Landminen und nicht explodierter Munition verseucht. Seit der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung wurden Entminungen durchgefĂŒhrt. 2007 wurden 26 Personen durch Explosionen von Minen und BlindgĂ€ngern getötet, 71 wurden verletzt.cite-ref-39[39]

Verwaltungsgliederung

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Hauptartikel

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„Somaliland“ im Artikel Verwaltungsgliederung Somalias

Somaliland umfasst die somalischen Verwaltungsregionen Awdal, Sanaag, Sool, Togdheer und Woqooyi Galbeed. Letztere wurde in die zwei Regionen Hargeysa und Saaxil (Sahil) aufgeteilt, die Grenzen der ĂŒbrigen Regionen wurden unverĂ€ndert belassen.

Die Distrikte als nĂ€chstniedrige Verwaltungsstufe wurden gemĂ€ĂŸ dem Regionen- und Distriktgesetz von 2002 neu eingeteilt. Hierbei wird zwischen Distrikten der Grade A, B, C und D unterschieden. A ist der höchste, D der niedrigste Grad; die Einordnung erfolgt nach Bevölkerungszahl, FlĂ€che und Wirtschaftsstruktur.cite-ref-40[40]

Im MĂ€rz 2008 kĂŒndigte PrĂ€sident Dahir Riyale Kahin die Schaffung von sechs neuen Regionen und 16 Distrikten an.cite-ref-41[41] Dieser Schritt ist innenpolitisch umstritten, Kritiker warfen dem PrĂ€sidenten vor, die administrativen Grenzen zu seinen eigenen Gunsten zu verĂ€ndern.

Wirtschaft

Die Wirtschaft Somalilandscite-ref-42[42] basiert auf Viehzucht, dem Hafen von Berbera und den GeldĂŒberweisungen im Ausland lebender SomalilĂ€nder. Mit dem Somaliland-Schilling hat das Land 1994 eine eigene WĂ€hrung eingefĂŒhrt. Seit der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung ist die Wirtschaft gewachsen, doch bleibt Armut bis hin zu Hunger in der Bevölkerung verbreitet.

Landwirtschaft und Fischerei

Die (nomadische) Viehzucht ist fĂŒr etwa 60 % der Bevölkerung die wichtigste Lebensgrundlage und trĂ€gt 60–65 % zur Wirtschaftsleistung bei, der Export von Lebendvieh nach Saudi-Arabien und in weitere Staaten der Arabischen Halbinsel ist die Haupteinnahmequelle des Landes. 2003 wurden in Somaliland schĂ€tzungsweise 7 Millionen Ziegen, 7,6 Millionen Schafe, 1,5 Millionen Kamele und 364.000 Rinder gehalten.

Ackerbaulich genutzt werden etwa 3 % der LandesflĂ€che vorwiegend im Westen im Gebiet um Gabiley und Arabsiyo, weitere 7 % hĂ€tten das Potenzial hierzu. Hauptanbauprodukt ist Sorghum, das auf 70 % des in Regenfeldbau bewirtschafteten Landes wĂ€chst, auf 25 % wĂ€chst Mais. Des Weiteren werden Kuhbohnen, Hirse, Bohnen, Gerste und in geringerem Umfang Obst angebaut. In Sanaag ist die Weihrauch-Gewinnung der wichtigste Wirtschaftszweig.cite-ref-43[43] Somaliland fĂŒhrt jĂ€hrlich mehr als 3000 Tonnen Weihrauch aus.cite-ref-44[44]

Die Fischerei macht heute 2 % des Bruttosozialprodukts aus und hat nach EinschÀtzung der WelternÀhrungsorganisation bedeutendes ungenutztes Potential.

Der Hafen von Berbera ist eine bedeutende Einnahmequelle; ĂŒber ihn wird somalilĂ€ndisches Vieh exportiert, zudem ist er zum wichtigen Exporthafen fĂŒr Äthiopien geworden, seit dieses nach dem Eritrea-Äthiopien-Krieg (1998–2000) die eritreischen HĂ€fen Massaua und Assab nicht mehr nutzen kann.

DĂŒrren, die im Klima der Region alle paar Jahre auftreten, stellen ein Problem fĂŒr die Wirtschaft dar, insbesondere fĂŒr die Viehzucht. Diese wurde zusĂ€tzlich durch einen Importstopp der arabischen Staaten fĂŒr somalisches Vieh 1998–2006 beeintrĂ€chtigt. Überweidung und Abholzungen zwecks Herstellung von Holzkohle – die fĂŒr die stĂ€dtische Bevölkerung das wichtigste Brennmaterial darstellt und von der jĂ€hrlich etwa 5 Mio. Sack verbraucht werden – tragen weiter zur Verknappung von Wasser und Land bei, die die Lebensgrundlagen der nomadischen Bevölkerung schmĂ€lert.cite-ref-45[45] In der Folge kommt es zu Landflucht, die die Arbeitslosigkeit in stĂ€dtischen Gebieten ansteigen lĂ€sst.

Finanzwirtschaft

Mit der Somali Stock Exchange (SSE) in Hargeisa ist eine der Niederlassungen der nationalen Wertpapierbörse Somalias in Somaliland vertreten. Eine eigene Zentralbank existiert in der Baanka Somaliland, die ebenfalls in Hargeisa sitzt. Sie emittiert den Somaliland-Schilling.cite-ref-46[46]

Überweisungen von Exil-SomalilĂ€ndern

Die GeldĂŒberweisungen im Ausland lebender SomalilĂ€nder betragen jĂ€hrlich schĂ€tzungsweise 200 bis 500 Millionen US-Dollar und machen zum Teil wett, dass Somaliland mangels Anerkennung kaum internationale Entwicklungshilfe erhĂ€lt. Etwa die HĂ€lfte dieser Überweisungen geht an Verwandte als Beitrag zum Haushaltseinkommen, was konservativen SchĂ€tzungen zufolge 22,5–25 % vom durchschnittlichen Haushaltseinkommen beitrĂ€gt und hauptsĂ€chlich fĂŒr GrundbedĂŒrfnisse wie Nahrungsmittel, Bildung und Gesundheit ausgegeben wird. Dabei haben stĂ€dtische Haushalte eher Verwandte im Ausland als lĂ€ndliche und erhalten somit auch mehr Überweisungen. Neben dieser direkten UnterstĂŒtzung an die eigene Familie fließt ein Teil der GeldĂŒberweisungen auch an einheimische nichtstaatliche Organisationen oder in Form von Investitionen.cite-ref-47[47]

Einnahmen und Ausgaben der Regierung

Die Regierung ist bestrebt, die Bildung der Bevölkerung und die Diversifizierung der Wirtschaft zu fördern, verfĂŒgt jedoch nur ĂŒber ein begrenztes Budget von etwa 400 Millionen US-Dollar (2020)cite-ref-48[48] jĂ€hrlich. Der grĂ¶ĂŸte Ausgabenposten ist das MilitĂ€r, das einige Zehntausend Mann umfasst. In dieses wurden nach der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung die verschiedenen in dem Gebiet tĂ€tigen Milizen eingegliedert. Es wurde seither reduziert, nimmt jedoch nach wie vor einen Großteil der finanziellen Ressourcen in Anspruch, hauptsĂ€chlich fĂŒr Soldzahlungen.cite-ref-shinn-49-0[49] (Die DurchfĂŒhrung der Kommunalwahlen 2002 und der PrĂ€sidentschaftswahlen 2003 kostete 2,4 Millionen US-Dollar, wozu internationale Geber 23 % beitrugen, die Kosten fĂŒr die Parlamentswahlen 2005 lagen bei 2,7 Millionen US-Dollar, von denen 64 % aus dem Ausland bereitgestellt wurden.)cite-ref-50[50] Das Steuersystem wurde als ineffizient und ungerecht kritisiert.cite-ref-51[51]cite-ref-52[52]

Die Aussicht auf mehr Entwicklungshilfe wird unterschiedlich beurteilt; der Hoffnung auf mehr finanzielle Mittel stehen Bedenken gegenĂŒber, verstĂ€rkt vom Ausland abhĂ€ngig zu werden und an Eigeninitiative zu verlieren. Hoffnungen werden insbesondere auf vermutete ErdölvorrĂ€te gesetzt.cite-ref-53[53] Auch soll vermehrt auf Informations- und Kommunikationstechnologie gesetzt werden.cite-ref-54[54] Im Februar 2011 reiste der britische Minister fĂŒr Internationale Entwicklung, Andrew Mitchell, nach Somaliland und kĂŒndigte dort eine Soforthilfe von 10,5 Millionen Pfund an. Zudem gab er bekannt, dass das Vereinigte Königreich sein Hilfspaket fĂŒr Somalia bis 2014 von gegenwĂ€rtig 26 Millionen Pfund auf rund 80 Millionen Pfund aufstocken werde.cite-ref-55[55]

Siehe auch

:

Wirtschaft Somalias

MilitÀr

→

Hauptartikel

:

StreitkrÀfte von Somaliland

Die StreitkrĂ€fte Somalilands verfĂŒgen ĂŒber etwa 28.000 Berufssoldaten, die, mit Ausnahme einiger Offiziere, einen monatlichen Sold von 100 US-Dollar erhalten.cite-ref-somaliareport-com-56-0[56] GefĂŒhrt wird das MilitĂ€r von General Nuh Tani aus dem Hauptquartier in Hargeysa, welcher bereits in den StreitkrĂ€ften Somalias gedient hatte.

Infrastruktur

Somaliland verfĂŒgt ĂŒber den Flughafen Hargeisa, der von Daallo Airlines, Djibouti Airlines, Ethiopian Airlines, Jubba Airways und Flydubai angeflogen wird, sowie weitere FlughĂ€fen in Berbera, Boorama, Erigabo und Burao.

Eisenbahnstrecken gibt es keine mehr. 1929 errichtete Britisches MilitĂ€r im damaligen Britisch-Somaliland eine etwa 172 km lange Bahnstrecke in Meterspur, die von der damals französischen Kolonie Dschibuti ausging, wo sie an die Eisenbahninfrastruktur der Strecke Dschibuti–Addis Abeba anschloss, nach Hargeysa fĂŒhrte. Die Strecke war ausschließlich der militĂ€rischen Nutzung vorbehalten und wurde nach dem Sieg ĂŒber Italien ca. 1943 aufgegeben.cite-ref-57[57]

2000 gab es nach offiziellen Angaben 735 Kilometer asphaltierte und 1462 km nicht asphaltierte Straßen. Mit UnterstĂŒtzung der EU wurden die Hafenanlagen von Berbera und die Straßenverbindung von Addis Abeba ĂŒber Jijiga und Hargeysa nach Berbera als bedeutendster Transportkorridor des Landes verbessert.cite-ref-58[58]

Kultur

Die Kultur Somalilands ist vom Islam und von den Traditionen der Somali geprĂ€gt. Zu letzteren gehören die (mĂŒndlich ĂŒberlieferte) Dichtung und diverse TĂ€nze. Die meisten SomalilĂ€nder tragen lokale und islamisch-arabische Kleidung – die bei Frauen in aller Regel ein Kopftuch mit einschließt –, eine Minderheit vorwiegend von MĂ€nnern auch als modern geltende westliche Kleidung. Ein weit verbreitetes Nahrungsmittel ist das dem Ă€thiopischen Injera Ă€hnliche Fladenbrot Laxoox oder Canjeero, als GetrĂ€nk ist Tee beliebt. In vielen Haushalten findet sich das Dabqaad zur Beduftung mit Weihrauch. Das Kauen von Kat ist verbreitet.

Medien

Das Radio ist das Medium mit der weitesten Verbreitung in Somaliland; der einzige zugelassene einheimische Rundfunksender ist das seit 1991 bestehende, von der Regierung kontrollierte Radio Hargeisa, der illegal im Amateurfunkband auf 7.120 kHz sendet, auslĂ€ndische Sender – insbesondere BBC Somali – können empfangen werden. Die Regierung besitzt auch den Fernsehsender Somaliland National Television (SLNTV), der mit der Somaliland Television (SLTV) bis September 2019 eine einheimische private Konkurrenz hatte; der Sender wurde jedoch durch die Regierung geschlossen und ihr EigentĂŒmer verhaftet. Reporter ohne Grenzen wiesen bereits vermehrt auf die BemĂŒhungen der Regierung hin, kritische Medien in Somaliland mundtot zu machen.cite-ref-59[59] Der Pressemarkt unterliegt weniger Regulierungen, ist aber durch die geringe Zahl von Lesern beschrĂ€nkt. Ein bedeutendes Presseunternehmen ist das Haatuf Media Network, das die Tageszeitung Haatuf sowie die Wochenzeitungen Somaliland Times in Englisch und al-Hatif al-Arabi in Arabisch herausgibt. Weitere Presseerzeugnisse sind Jamhuuriya und die staatliche Mandeeq.cite-ref-60[60]

Literatur

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‱ Maria Brons: Somaliland. Zwei Jahre nach der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung. (= Arbeiten aus dem Institut fĂŒr Afrika-Kunde. 89). Institut fĂŒr Afrika-Kunde, Hamburg 1993, ISBN 3-928049-23-2 (zur Entwicklung Somalilands von der Kolonialzeit bis in die ersten Jahre der UnabhĂ€ngigkeit).
‱ Harriet Gorka: Somaliland – Argumentieren auf dĂŒnnem Eis. In: KAS-Auslandsinformationen. 7 (2011), S. 85–108.
‱ Sarah Phillips: When There Was No Aid – War and Peace in Somaliland, Cornell 2020, ISBN 978-1-5017-4715-1.
‱ Michael Schoiswohl: Status and (Human Rights) Obligations of Non-Recognized De Facto Regimes in International Law: The Case of ‚Somaliland‘. Martinus Nijhoff, Leiden 2001, ISBN 90-04-13655-X (englisch).

Weblinks

Commons

: Somaliland

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikivoyage: Somaliland

– ReisefĂŒhrer

‱ Atlas: Somaliland – geographische und historische Karten bei Wikimedia Commons
‱ InternetprĂ€senz der Regierung von Somaliland (englisch)
‱ Human Rights Watch: „Hostages to Peace“. Threats to Human Rights and Democracy in Somaliland, 2009 (englisch, PDF; 353 kB)
‱ BBC-Dokumentation ĂŒber Somaliland aus der Reihe Places That Don't Exist (englisch)

Einzelnachweise

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cite-note-55. ↑ Amnesty International ĂŒber die Gaboye in Somaliland, 2005 (PDF; 26 kB).
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